deutsch
english
francais
espanol
italiano
Photo
Presse-Information CBG vom 16.04.21

Besetzung bei BAYER

„Block BAYER“ blockiert Pestizid-Exporte

Am heutigen Tag haben AktivistInnen der Kampagne „Block BAYER“ erfolgreich zwei Verladestationen des Chemieparks Dormagen besetzt. Die Salzverladestationen am Rhein gehören zu einer Chlorgasgewinnungsanlage, die auch die Pestizidproduktion von BAYER Crop Science versorgt. Nach offiziellen Daten wurden allein im Jahr 2017 insgesamt 233 unterschiedliche Pestizid-Wirkstoffe, zusammen 59.616 Tonnen Wirkstoffe, aus Deutschland in zahlreiche Länder der Welt exportiert. Darunter sind sogar solche Pestizide, die in Europa längst verboten sind, weil sie von den Behörden als zu gesundheitsschädlich eingestuft wurden.

Zu den exportierten Pestiziden zählt unter anderem das BAYER-Insektengift Beta-Cyfluthrin (Produktnamen: MODESTO und ELADO), das akut so giftig ist, dass die WHO es in die zweithöchste Gefahrenklasse (WHO Ib) aufgenommen hat. Auch auf der Liste: Das Insektizid Thiacloprid. Es gehört zur Gruppe der Neonikotinoide, ist reproduktionstoxisch und nach Einschätzung der US-amerikanischen Umweltbehörde EPA „wahrscheinlich krebserregend“. Besonders problematisch sind Einsatz und Export von Thiacloprid auch, weil der Leverkusener Multi den Wirkstoff vielfach in Mischpräparaten anbietet.

Eine an der Aktion beteiligte Aktivistin begründete die Blockade mit den Worten„Es ist ein Skandal, dass ein deutscher Konzern im globalen Süden hochgefährlich Pestizide verkauft, die hier verboten sind. Die Ausnutzung schwächerer Menschenrechts- und Umweltstandards ist Umweltrassismus. Das wollen wir hier deutlich machen und fordern, dass BAYER die Produktion hochtoxischer Pestizide stoppt.“

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) solidarisiert sich mit den AktivistInnen und ihrem Anliegen.

Die lobenswerte Aktion verweist auf ein Konzernverbrechen BAYERs, welches auch die CBG im Rahmen der anstehenden BAYER-Hauptversammlung am 27.4.2021 wieder thematisieren wird.

Dies geschieht im Rahmen eines Protest-Livestreams, der unter
cbgnetwork.org/HV

am 27.4.2021 von 9.30 Uhr bis 17.00 Uhr zu sehen sein wird,
sowie einer Kundgebung vor der Konzernzentrale von BAYER in Leverkusen,
am 27. April von 8.30 -12.00 Uhr

und einer Protest-Präsenz in der Hauptversammlung selbst, welche am 27. April von 9.30-17.00 Uhr in der BAYER-Liveübertragung zu sehen sein wird.

Die Coordination reicht wie jedes Jahr Gegenanträge zu allen Tagesordnungspunkten der Hauptversammlung ein.

Auch werden Video-Statements eingereicht, die in der Übertragung der HV selber zu sehen sein werden.

Auch Block BAYER wird Teil der anstehenden Proteste sein. In Solidarität zur Kampagne dokumentieren wir hier deren Presse-Mitteilung.

+++Noch Fragen? Alle Infos auf +++
cbgnetwork.org/HV
info@cbgnetwork.org
0211/33 39 11

PRESSEMITTEILUNG von Block BAYER

Block BAYER legt Verladestationen lahm +++ Produktionsstätte von BAYER Crop Science betroffen +++ Block BAYER setzt Zeichen zum Internationalen Tag des bäuerlichen Widerstands

Dormagen/Leverkusen, 16.04.2021. Heute früh gelang es mehreren AktivistInnen der Kampagne „Block BAYER“, zwei Verladestationen des Chemieparks Dormagen zu besetzen. Die Salzverladestationen am Rhein gehören zu einer Chlorgasgewinnungsanlage, die auch die Pestizidproduktion von BAYER Crop Science versorgt. Mit ihrer erfolgreichen Aktion machen sie auf die Doppelstandards des Konzerns aufmerksam, der weiter hochgefährliche Pestizide produziert und verkauft, die in der EU nicht zugelassen sind. In Solidarität mit gefährdeten Bäuerinnen und Bauern findet die Aktion zum Internationalen Tag des bäuerlichen Widerstands (17.04.) statt.

Eine an der Aktion beteiligte Aktivistin erklärt: „Es ist ein Skandal, dass ein deutscher Konzern im globalen Süden hochgefährlich Pestizide verkauft, die hier verboten sind. Die Ausnutzung schwächerer Menschenrechts- und Umweltstandards ist Umweltrassismus. Das wollen wir hier deutlich machen und fordern, dass BAYER die Produktion hochtoxischer Pestizide stoppt.“

Mit der Aktion richten sich die AktivistInnen auch an die Politik, denn es liegt in der Macht der Bundesregierung, eine Verordnung zu erlassen, die den Export von Pestizidwirkstoffen verbietet, die in der EU nicht genehmigt sind. Hochtoxische Pestizide gefährden die Gesundheit von BäuerInnen und ArbeiterInnen auf dem Land. Sie sind nur notwendig für ein agrarindustrielles System, welches das Insektensterben befeuert und die Biodiversität weltweit bedroht. Wie in Frankreich und der Schweiz, müssen auch in Deutschland die Exporte hochgefährlicher Pestizide verboten werden, insbesondere, wenn sie hier nicht zulassungsfähig sind.

In Dormagen ist der weltweit größte und wichtigste Produktionsstandort von BAYER Crop Science. Hier wird unter anderem das Neonikotinoid Imidacloprid hergestellt, welches hochgiftig für Honigbienen und viele wildlebende Insekten und seit 01.12.2020 in der EU nicht mehr zugelassen ist. Ein weiteres Beispiel für Doppelstandards ist das Fungizid Propineb, welches als hochgiftiges Pestizid klassifiziert ist, in Deutschland über keine Zulassung verfügt und u.a. nach Indien und Brasilien exportiert wird.

Die Kampagne steht in Kontakt mit verschiedenen internationalen Gruppen von Betroffenen von BAYERs hochgefährlichen Pestiziden. In Argentinien beispielsweise gefährdet der Einsatz der Pestizide Menschenleben und nicht zuletzt in großem Ausmaß die Imkerei im Land.

So berichtete ein Imker aus Argentinien: „Im September 2018 starben 220 meiner Bienenvölker. Insgesamt waren es mehr als 600 Stöcke von drei Imkern. Sie haben Fipronil versprüht, das Produkt Clap, das von BAYER hergestellt wird. Das Gift, das sie verwendet haben, war überall rund um das Dorf.“

Der Protest findet zum Internationalen Tag des bäuerlichen Widerstands statt, der jährlich am 17. April an die brutale Ermordung von 19 AktivistInnen der brasilianischen Landlosenbewegung erinnert. Der Tag steht seit 25 Jahren für Millionen Bäuerinnen und Bauern weltweit für den Kampf um Ernährungssouveränität und bäuerliche Selbstbestimmung. Die Kampagne „Block BAYER“ steht auf der Seite der bäuerlichen Landwirtschaft und schließt sich dem Kampf gegen die Macht von Agrarkonzernen an.

Kontakt und Telefon vor Ort: Max Teck und Janna Kamp, 015759435413
E-Mail: presse@blockbayer.org
Webseite: https://blockbayer.org
Aktuelle Infos zur Aktion: https://twitter.com/blockbayer
Fotos zur freien Verwendung: https://www.flickr.com/people/192754870@N06/