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Kennzeichnungspflicht

23. Oktober 2013

USA: Monsanto, Bayer und BASF geben Millionen aus, um Gentechnik-Kennzeichnung zu verhindern

In den USA geht der Kampf um die Kennzeichnung von Gentechnik im Essen weiter. Nach Kalifornien steht nun im Bundesstaat Washington ein Volksentscheid an. Am 4. November stimmen die Bürger dort über eine Kennzeichnungspflicht ab. In 30 weiteren Bundesstaaten wurden entsprechende Gesetzesinitiativen eingebracht, in Connecticut und Maine wurden sie bereits von den Parlamenten angenommen.

Obwohl die Deklaration genmanipulierter Inhaltsstoffe in Europa selbstverständlich ist, will die Industrie eine solche Kennzeichnung in den USA mit fadenscheinigen Argumenten verhindern. Insgesamt 17 Millionen Dollar investierten die Agro-Konzerne bislang in eine Medienkampagne, mit der sie Stimmung gegen entsprechende Gesetze machen wollen. Die deutschen Unternehmen BASF und Bayer, beides Anbieter von Gentech-Pflanzen, sind ebenfalls beteiligt, wie zuvor schon beim Volksentscheid in Kalifornien.

Auflistung Spenden (Quelle www.majorityrules.org)
Monsanto $4,592,255
Dupont Pioneer $3,420,159
Grocery Manufactor’s Assoc $2,322,500
Nestlé, $1,052,743
Bayer Cropscience $591,664
Dow Agrosciences $562,531
BASF, $500,000

In Kalifornien hat sich die Investition für die Industrie zuletzt ausgezahlt: der Volksentscheid in Kalifornien ging im vergangenen Sommer knapp zu Gunsten der Kennzeichnungsgegner aus. Und das, obwohl auch amerikanische Verbraucher wissen wollen, welche Lebensmittel mit Gentechnik hergestellt wurden. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Huffington Post sprachen sich vor einem halben Jahr mehr als 80 Prozent für ein solches Label aus.

So reibungslos wie in Kalifornien läuft die Kampagne für die Industrie im Bundesstaat Washington jedoch nicht. Der Dachverband der Lebensmittelhersteller wollte zunächst geheim halten, welche seiner Mitglieder sich an der Kampagne beteiligen und wie viel sie dafür ausgeben. Das hielt Generalstaatsanwalt Bob Ferguson für illegal. 'Die Bürger haben ein Recht auf Transparenz bei der Abstimmung', betonte er am vergangenen Freitag. Inzwischen hat der Verband eingelenkt und die Liste der Geldgeber veröffentlicht.

Anders als Europa müssen Hersteller in den USA bislang auf Verpackungen nicht angeben, ob sie gentechnisch veränderte Lebensmittel einsetzen. Verbote wie in der EU gibt es nicht. Verbraucherschützer in den USA kritisieren die fehlende Kennzeichnung seit Jahren. Bislang stemmen sich vor allem große Agrar- und Lebensmittelkonzerne dagegen. Sie befürchten offenbar, dass Transparenz beim Einkauf zu Umsatzeinbußen führen könnte.

weitere Infos:
=> Kalifornien: Millionenspenden der Gentech-Industrie
=> BAYER bei Gen-Patenten führend