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Pharmamarketing
Aspirin-Werbung von BAYER (1997)

Presse-Information vom 22. Juni 2007
Coordination gegen BAYER-Gefahren

Marketing für Aspirin und Alka-Seltzer:

„Werbekampagnen verharmlosen Risiken von Pharmazeutika“

Die Leverkusener BAYER AG steht erneut wegen unverantwortlicher Marketingmethoden in der Kritik. In einer aktuellen Kampagne bezeichnet der Konzern das Schmerzmittel Aspirin als „Wundermittel“ (www.WonderDrug.com). In den USA initiierte BAYER zudem die Aktion „Mit Alka-Seltzer nach Las Vegas“, die unverhohlen zu exzessivem Trinken und Essen auffordert. Schon zu Beginn des Jahres hatte das Unternehmen eine Millionenstrafe wegen unlauterer Werbung für Nahrungsergänzungsmittel erhalten. Auch die Werbung für das Potenzmittel Levitra war mehrfach angemahnt worden, u.a. hatte der Konzern in Brasilien Levitra-Tabletten an Fußballfans verteilt.

„Es gibt keine „Wundermittel“ - schon der Name dieser homepage ist unverantwortlich. Aspirin ist ein hochwirksames Medikament, das aber nur auf ärztlichen Rat hin regelmäßig eingenommen werden darf. Die Werbekampagnen von BAYER verschweigen die hohen Risiken und ermuntern zu einer übermäßigen Einnahme von Aspirin“, so Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren. „Die vor wenigen Wochen veröffentlichte Studie What’s More Dangerous, Your Aspirin Or Your Car? kommt zu dem Ergebnis, dass etwa genauso viele Menschen an Nebenwirkungen von Aspirin sterben wie bei Auto-Unfällen. Nirgendwo auf der homepage www.WonderDrug.com erfährt man aber etwas über diese Gefahren“, so Mimkes weiter.

Auch das Gewinnspiel www.alkaseltzerinlasvegas.com, bei dem BAYER Gruppenreisen für Männer in ein Casino in Las Vegas verlost, verharmlost die Risiken von Medikamenten. Augenzwinkernd heißt es in der Presse-Information des Konzerns, dass die meisten Männer bei einem gemeinsamen Ausflug zu viel essen und zuviel Alkohol trinken – die Folgen aber mit Alka-Seltzer behoben werden könnten. Alka-Seltzer enthält u.a. den Aspirin-Wirkstoff Acetylsalicylsäure, der bei unsachgemäßem Gebrauch zu Magenblutungen und sogar Todesfällen führen kann.

Im vergangenen Jahr hatte Bayer zur Promotion von Alka-Seltzer sogar „Wett-Fressen“ unterstützt, bei den US Open der International Federation of Competitive Eating diente Alka-Seltzer als Titelsponsor. „Alka-Seltzer ist ein ständiger Begleiter für die Wettesser, wenn sie im Weltzirkus unterwegs sind. Für die Athleten wird ein Traum wahr, wenn sie an einem von Alka-Seltzer gesponserten Event teilnehmen können“, dichtete dafür die Werbeabteilung des Konzerns.

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordert eine Rezeptpflicht für Aspirin und Kombinationspräparate wie Alka-Seltzer sowie ein Werbeverbot für Pharmazeutika. „Laien sind häufig nicht in der Lage, haltlose Versprechungen von Pharma-Produzenten zu durchschauen. Die Information über Medikamente gehört in die Hände von Ärzten und unabhängigen Prüfern – nicht in die der Verkäufer“, so Philipp Mimkes.

11. Mai 2007, Der Standard

Mehr Schlaganfälle bei alten Menschen durch Blutverdünner

Mediziner warnen gesunde Senioren vor Präventiveinnahme von Aspirin und anderen blutverdünnenden Medikamenten

London - Viele alte Menschen nehmen blutverdünnende Medikamente wie etwa Aspirin in der Hoffnung ein, damit einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu verhindern. Aber die präventive Einnahme solcher Präparate, die das Blutungsrisiko erhöhen, kann gefährlich sein, wie eine große britische Untersuchung zeigt. Demnach hat der zunehmende Gebrauch von Blutverdünnern in den vergangenen Jahrzehnten in der Altersgruppe über 75 Jahren zu einem Anstieg der Todesfälle durch Hirnblutungen geführt.

Weniger Fälle durch Bluthochdruck verursacht
Die Neurologen der Universität Oxford untersuchten zwischen 1981 und 2006 die Entwicklung hämorrhagischer Schlaganfälle. Diese entstehen nicht wie die häufigeren ischämischen Hirninfarkte durch einen Gefäßverschluss, sondern durch eine Blutung im Gehirn. Zwar nahm in den untersuchten 25 Jahren die Zahl jener hämorrhagischer Schlaganfälle, die mit Bluthochdruck verbunden waren, deutlich ab. Aber in der Altersgruppe über 75 Jahren blieb die Zahl der Hirninfarkte fast konstant.

Aspirin löst Bluthochdruck ab
Die Forscher führen dies im Fachblatt "The Lancet Neurology" zumindest teilweise auf die Einnahme blutverdünnender Mittel zurück. Während Anfang der 80er Jahre nur vier Prozent der Schlaganfall-Patienten solche Präparate einnahmen, lag der Anteil nach dem Jahr 2000 bei 40 Prozent. Möglicherweise könne die Einnahme solcher Medikamente bald Bluthochdruck als größten Risikofaktor für hämorrhagische Schlaganfälle ablösen, mahnen die Mediziner.
Zwar könnten blutverdünnende Medikamente bei Patienten mit Herzkreislauf-Erkrankungen zweifellos das Risiko für ischämischen Schlaganfall und Herzinfarkt verringern, heißt es weiter. Gesunde ältere Menschen ohne Herzkreislauf-Erkrankungen sollten jedoch beim Gebrauch solcher Präparate vorsichtig sein. (APA/AP) Quelle: "The Lancet Neurology"

weitere Informationen:
Millionenstrafe wegen unlauterer Pharmawerbung

BAYER sponsort Wett-Essen

Nebenwirkungen von Aspirin:
http://www.cbgnetwork.org/Ubersicht/Zeitschrift_SWB/SWB_1999/SWB03_99/Aspirin__Nebenwirkung/aspirin__nebenwirkung.html

Tödliche Zusatzstoffe von Alka-Seltzer: http://www.cbgnetwork.org/Ubersicht/Zeitschrift_SWB/SWB_2001/SWB_01_01/Alka-Seltzer/alka-seltzer.html