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Störfall in Bergkamen

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Erneut bilden sich Faulgase

Störfall in Bergkamen

Am Samstagabend kam es im BAYER-Werk in Bergkamen zur Bildung von Faulgasen. Bis voraussichtlich Mitte dieser Woche soll die Geruchsbelästigung anhalten. Obwohl der Konzern selbst von Gasen spricht, die in der Nase stechen, will er den Betrieb nicht unterbrechen.
AnwohnerInnen und Belegschaftsangehörige sind so gezwungen, mit dem unerträglichen Gestank zu leben. Die COORDINATION GEGEN BAYER-GEFAHREN (CBG) fordert, dass der Zwischenfall nicht auf dem Rücken der Belegschaft ausgetragen werden darf. „In so einer Situation ist es für jeden Menschen unerträglich zu arbeiten. Die Gesundheit seiner Angestellten hat dem BAYER-Konzern mehr wert zu sein als die Profite.“, sagt Jens Wegener von der CBG.
Bis der Konzern die Geruchsbildung beseitigt hat, müssen die Beschäftigten bei vollem Lohnausgleich von der Arbeit freigestellt werden. Des Weiteren ist es nötig zu prüfen, ob es bei ihnen oder AnwohnerInnen in der näheren Umgebung zu Beeinträchtigungen der Gesundheit gekommen ist.
„BAYER spielt Zwischenfälle gerne herunter. Es liegt nun an den Behörden, diesen Zwischenfall und seine Folgen genau zu prüfen.“, gibt CBG-Vorstandsmitglied Jan Pehrke zu bedenken.
Bereits seit Jahren klagen die BergkamerInnen über Geruchsbelästigungen, die vom BAYER-Werk ausgehen. Die 2008 eingeleitete Sanierung hat bislang keine Abhilfe schaffen können. Ende Juli 2011 sorgte eine defekte Pumpe für schlechte Luft. Ende Juli 2012 schließlich traten an einigen Leitungen Risse auf, durch die Abwässer sickerten und Duftmarken setzten. Deshalb entschloss sich der Global Player erneut zu Reparatur-Arbeiten. Aber auch diese brachten keine Abhilfe. Im Juni 2013 beschwerten sich die BergkamerInnen erneut und klagten über Übelkeit und Kopfschmerzen. Knapp anderthalb Jahre später fiel dann die letzte Stufe der Abwasser-Reinigung aus. Im Mai 2015 schließlich erhielt der Puffer-Behälter eine Generalüberholung. Aber auch das brachte offensichtlich nichts.
„Der erneute Störfall zeigt, dass die bisherige Flickschusterei nicht weiterhilft. BAYER bleibt nichts anderes übrig, als endlich ein umfassendes Sanierungskonzept für seine Niederlassung vorzulegen“, so Jens Wegener abschließend.