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Hauptversammlung 2011

Wortmeldung von Bernhard Heuvel zu Bienensterben

Hintergrund:
Den Aktionären der BAYER AG wird auf der Hauptversammlung ein Rederecht für eine Wortmeldung erteilt. In fünf bis zehn Minuten kann der Aktionär sein Anliegen an den Vorstand vorbringen und Fragen stellen. Die Redebeiträge werden angemeldet und in Blöcken von bis zu zehn Wortmeldungen vorgetragen. Der Vorstand beantwortet im Anschluss auf die in den Redebeiträgen gestellten Fragen.

Risiken der BAYER-Produkte und Planungsdefizite

Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Name ist Bernhard Heuvel. Ich komme vom Niederrhein nördlich von Köln und bin als Landnutzer über die Landwirtschaft, der Jagd und der Imkerei mit der Landschaft dort verbunden. Ich spreche für mich selbst und den Naturhaushalt.
Ursprünglich wollte ich mit Ihnen über die Risiken der Pflanzenschutzmittel sprechen. Ich muss jedoch aufgrund der Schilderungen meiner Vorredner feststellen, daß die Gefahren und Risiken der Produkte von Bayer im Allgemeinen von der Firma BAYER falsch bewertet und eingeschätzt werden.
Grundsätzlich gehen haben alle BAYER-Produkte Chancen und Risiken, wobei die Pflanzenschutzmittel das Potential besitzen, den Naturhaushalt zu schädigen. Die pharmakologischen Produkte besitzen das Potential, dem Menschen direkt einen Schaden zuzufügen.
Meine erste Frage an den Vorstand betrifft die bis 2012 geplanten Zulassungen der sechs neuen Wirkstoffe im Bereich des Pflanzenschutzes. Wie ist der Stand?
Die Bewertung der Risiken der BAYER-Produkte durch die Behörden können durchaus unterschiedlich zur Bewertung durch die Firma BAYER ausfallen. Haben Sie für den Fall Vorsorge getroffen, daß eine der drei Säulen des Kerngeschäftes durch Nichterteilung der Zulassung wegfällt? Was ist, wenn Sie die Bewertung der Wirkungen der Produkte zu optimistisch sehen und dies von den Behörden anders bewertet wird?
Wie die vielen in den Vorreden vorgestellten Fälle von menschlichem Leid zeigen, scheint hier auch ein allgemeines Problem mit der Risikobewertung vorzuliegen. Meines Erachtens ist es für Mensch und Naturhaushalt besser, wenn Sie nicht erst ein Produkt erfinden, um erst danach das Risiko zu bewerten. Sondern, daß die Firma BAYER schon bei der Planung der Produkte die Ökoeffizienz und die Umweltwirkungen berücksichtigt. Eine gute Planung ist die halbe Miete. Gut geplant lässt sich all das hier geschilderten Leid vermeiden. Planen Sie ihre Produkte und berücksichtigen Sie schon bei der Planung die Umweltwirkungen.
In diesem Zusammenhang frage ich Sie, ob Ihnen das Konzept „cradle to cradle“ etwas sagt und ob Sie die Arbeiten von Professor Braungart kennen? Gut, ich sehe zumindest
bei einem Vorstandsmitglied ein Lächeln, woraus ich schließe, daß zumindest einem von ihnen zumindest der Name etwas sagt. Professor Braungart ist die treibende Kraft hinter dem Konzept „cradle to cradle“ und er lehrt an der Universität Rotterdam. Das Konzept setzt bei der Planung und Entwurf von Produkten an und sorgt dafür, daß Ökoeffizienz und Umweltwirkungen von Anfang an Berücksichtigung finden. Daher frage und bitte ich Sie, Herr Dekkers, daß Sie sich mit Herrn Braungart in Verbindung setzen und sich das Konzept vorstellen lassen? Professor Braungart ist von Haus aus Chemiker, was ihnen sympathisch sein müsste, da Sie die gleiche Sprache sprechen. Herr Braungart berät bereits andere Konzerne und Firmen, wie zum Beispiel Volkswagen, Nike und Trigema.
Bitte setzen Sie sich mit Herrn Braungart in Verbindung und studieren Sie das Konzept. Wenn Sie ihre Produkte von Anfang an unter Berücksichtigung der Ökoeffizienz und Umweltwirkungen planen, vermeiden und verringern Sie das Leid von Mensch und Naturhaushalt, das die Produkte zurzeit offensichtlich erzeugen.
Ich bedanke mich für die Möglichkeit einer Wortmeldung.