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Agrardiesel

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren trauert um Werner Paczian, der zwei Tage nach Veröffentlichung dieser Presseinformation plötzlich und unerwartet verstorben ist. Werner Paczian war ein unermüdlicher und aufrechter Kämpfer für Umwelt, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte.

Rettet den Regenwald
Coordination gegen BAYER-Gefahren

BAYER vergoldet indisches „Ödland“

Auf der morgigen Hauptversammlung des Leverkusener Konzerns werden Umweltorganisationen kritisieren, dass das Unternehmen jetzt auf Agrarenergie aus Jatropha setzt

Leverkusen/Hamburg – Rettet den Regenwald (RdR) und die Coordination gegen BAYER-Gefahren fordern den Leverkusener Konzern Bayer auf, sofort sämtliche Investitionen in Agrarenergie zu stoppen. Energie vom Acker zerstöre Naturlandschaften, vertreibe Kleinbauern und führe zu mehr Hungertoten, so die beiden Organisationen.
Aktueller Anlass ist die Bayer-Hauptversammlung am morgigen Freitag in Köln sowie die jüngste Ankündigung des Konzerns, in Indien in den Anbau von Jatropha-Pflanzen zur Gewinnung von Agrarenergie zu investieren. Vertreter der Organisationen werden in der Hauptversammlung das Wort ergreifen.
Die Bayer AG investiert in Indien in den tropischen Strauch Jatropha, der ölhaltige Früchte liefert, aus denen Agrardiesel hergestellt werden kann. Ein Partner ist der Daimler-Konzern, der schon entsprechende Fahrversuche durchgeführt hat. In Indien winkt ein großer Markt, weil das Agrardiesel-Programm der Regierung auf Hochtouren läuft. Elf Millionen Hektar sollen mit Energiepflanzen, überwiegend Jatropha, bebaut werden. Laut Bayer lässt sich Jatropha auf „Grenzertragsböden in tropischen und subtropischen Ländern anbauen, also auf Flächen, die sich nicht für die Produktion von Nahrungsmitteln eignen“.
„Regierung und Konzerne bezeichnen die Anbauflächen als Ödland („wasteland“) und tun so, als ob sie frei zur Verfügung stünden. Tatsächlich werden auf diesen Flächen zwar wenig Nahrungsmittel angebaut, aber sie werden von der lokalen Bevölkerung intensiv genutzt“, erklärt RdR-Sprecher Werner Paczian. „Es ist Gemeinschaftseigentum, auf dem Vieh weidet und die lokale Bevölkerung Früchte, Nüsse, Blätter und andere Naturprodukte sammelt.“ Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, FAO, sind solche Ressourcen für Ernährung und Gesundheit der ärmsten Teile der ländlichen Bevölkerung lebensnotwendig.
Überdies wird Jatropha in Indien trotz aller Beteuerungen, auch der Bayer AG, auf fruchtbaren Äckern angebaut. „Kleinbauern wurden bereits vertrieben und über zwei Dutzend Menschen verloren im Kampf um Land schon ihr Leben. Denn wie alle Pflanzen wächst auch Jatropha auf fruchtbaren Böden besser und liefert höhere Erträge“, berichtet Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren.
In Indien hat sich eine Koalition von Nicht-Regierungsorganisationen gebildet, die gegen die Agrardiesel-Pflanzungen protestiert. Auch auf der Konferenz zum Schutz der globalen biologischen Vielfalt in Bonn im Mai 2008 werden die Agrarkraftstoffe ein zentrales Thema sein.

Lesen Sie hierzu auch den Artikel „Greenwashing mit Bio-Treibstoff“

Kontakt:
Werner Paczian, Rettet den Regenwald: info@regenwald.org
Philipp Mimkes, Coordination gegen BAYER-Gefahren: Tel 0211 – 333 911,