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Offener Brief

Der Vorstand der Leverkusener Grünen fordert:

Bayer-Tochter ProAgro soll endlich Kinderarbeit in Indien durch faire Abnahmepreise für Baumwollsaatgut verhindern

26. Oktober 2005

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Vorstand der Leverkusener Grünen fordert die Bayer AG auf, ihr Versprechen einzuhalten und Kinderarbeit bei der indischen Baumwollsaatproduktion konsequent zu unterbinden.
So arbeiteten im letzten Jahr rund 1.500 Kinder auf indischen Farmen, die für die Bayer- Tochter ProAgro Baumwollsaatgut produzieren. Statt die Schule zu besuchen, rackerten sie bis zu 12 Stunden für einen Hungerlohn von 50 Cent pro Tag – und dies teilweise während der Besprühung der Felder mit giftigen Pestiziden. Nach Protesten des Eine-Welt-Netzes NRW versprach Bayer im April 2005 gegen Kinderarbeit vorzugehen. Eine aktuelle Studie, die am vergangenen Wochenende anlässlich der Landeskonferenz des Eine-Welt-Netzes NRW in Neuss vorgestellt wurde, belegt jedoch: trotz Verbesserungen werden bei den Zulie-ferfarmen von ProAgro immer noch Kinder ausgebeutet.
Kinderrechtsorganisationen fordern daher Bayer und andere Saatgutfirmen auf, Aufklärungs-arbeit und Kontrollen zu intensivieren und den indischen Farmern endlich faire Preise für ihre Produkte zu zahlen. Nur so sind diese in der Lage, statt Kinder zum „Dumping Preis“, Er-wachsene zum gesetzlichen Mindesttageslohn von einem Euro zu beschäftigen.
Der Vorstand der Leverkusener Grünen unterstützt dieses Anliegen und erwartet vom Bayer- Konzern, den Kampf gegen Kinderarbeit auch dann fortzusetzen, wenn die Gewinne dadurch nicht ganz so üppig ausfallen wie bisher. So beträgt die Gewinnmarge nach Berechnungen der o.g. Studie derzeit 360 %, bei Einhaltung von Mindestlöhnen und einem Verzicht auf Kinder-arbeit immerhin noch knapp 260 %.

Für den Vorstand
Kasim Deve, Vorsitzender der Leverkusener Grünen

i.A.
Klaus-Dieter Bartel, Geschäftsführer